Verzögerer und Beschleuniger: die Abbindezeit von Mörtel einstellen
Im Sommer braucht der Verarbeiter Zeit, im Winter muss der Mörtel schnell Festigkeit aufbauen. Wie Abbindezusätze wirken und wann man welchen wählt.

Was ist das Abbinden?
Nach dem Anmischen mit Wasser beginnen Zement oder Gips irgendwann zu erhärten. Das ist das Abbinden. Kommt es zu früh, schafft der Verarbeiter die Mischung nicht rechtzeitig. Kommt es zu spät, verzögert sich die Arbeit und die Frühfestigkeit lässt auf sich warten. Abbindezusätze verschieben diesen Zeitpunkt dorthin, wo man ihn haben will.
Abbindeverzögerer
Verzögerer bremsen die Hydratationsreaktion zwischen Zement und Wasser. Ein gut gewählter Verzögerer verlängert die Verarbeitungszeit, ohne die Endfestigkeit zu senken. Er verringert außerdem das Schwinden des Mörtels und begrenzt Entmischung und Bluten.
- Zitronensäure: Verbreitet in zementgebundenen Produkten; minimiert den Einfluss der Temperatur auf das Abbinden.
- Natriumgluconat: Verzögert kontrolliert, ohne dem Zement zu schaden.
- L(+)-Weinsäure: Der bevorzugte Verzögerer für gipsgebundene Produkte.
Typische Einsätze: Fliesenkleber und Putze im Sommer, Estriche, Spachtelgips.
Abbindebeschleuniger
Beschleuniger bewirken das Gegenteil. Sie beschleunigen die Reaktion zwischen Zement und Wasser, sodass sich das Gel, das die Gesteinskörnung bindet, früher bildet. Die Abbindezeit sinkt, Druck- und Zugfestigkeit steigen früher an.
- Calciumformiat: Erhöht die frühe Haftfestigkeit, besonders bei Kälte. Es beschleunigt das Abbinden, ohne an der Oberfläche eine Haut zu bilden.
Typische Einsätze: Arbeiten im Winter, Reparaturmörtel, Beton, der schnell belastbar sein muss.
Die richtige Wahl
Die Dosierung hängt von der Zementart, der Umgebungstemperatur und der angestrebten offenen Zeit ab. Wir helfen Ihnen herauszufinden, welcher Zusatz in welcher Menge zu Ihrer Rezeptur passt.
Das passende Produkt wählen wir gemeinsam.
Sagen Sie uns, was Sie herstellen, und wir schlagen das passende Produkt vor.